5.1 Kooperation der Unternehmen mit Umweltverbänden

Aus unternehmerischer Eigeninitiative entstand 1985 der Bundesdeutsche Arbeitskreis für umweltbewußtes Management (B.A.U.M.). Die 260 Mitglieder in der Bundesrepublik (1990) setzten sich aus Unternehmen, Organisationen und Repräsentanten der Industrie, des Handels und Dienstleisungsgewerbes zusammen. Zu den Aufgaben des Arbeitskreises gehört es,

"...das Integrierte System umweltorientierter Unternehmensführung durch Erfahrungsaustausch und Forschung weiterzuentwickeln, die praktische Einführung von Umweltschutzmaßnahmen bei den beteiligten Unternehmen zu fördern und für eine umfassende Verbreitung des gemeinsam erarbeiteten Grundlagenwissens und Anwendungsknow-hows in der Wirtschaft Sorge zu tragen" (Winter 1993).

 Die Zusammenarbeit erfolgt mit Wirtschaftsverbänden, Umweltorganisationen sowie Bildungs- und Forschungseinrichtungen, wobei verschiedene Arbeitskreise des B.A.U.M. sowohl die Bewahrung von Ressourcen als auch eine geringere Schadstoffbelastung durch die Unternehmen anstreben.
      Neben Veranstaltungen von Vorträgen und Seminaren, der Durchführung von Umweltforen und dem Aufbau eines Informationsdienstes werden Forschungsprojekte und Ausbildungsmodelle im Umweltschutz gefördert. In einer ersten Aktionsphase widmete sich der B.A.U.M. der umweltschonenden Materialwirtschaft. Nicht nur die traditionellen Einkaufskriterien wie Qualität, Service, Preis und Lieferzeit werden berücksichtigt, sondern auch die Umweltverträglichkeit der Produkte.
Im einzelnen werden folgende Aufgaben vom B.A.U.M. wahrgenommen:

  • Die Vermittlung von betriebsökologischen Know-how erfolgt durch Seminare für Führungskräfte der  Wirtschaft.
  • Die Organisation zwischenbetrieblichen Erfahrungsaustausches wird in Form von "überbetrieblichen Umweltqualitätszirkeln" durch problemspezifische Arbeitskreise sowie der Kooperation mit Umweltorganisationen vorgenommen.
  • Die Koordinierung von medienbegleiteten Pilot- und Forschungsprojekten, die eine umweltorientierte Unternehmensführung zum Ausdruck bringen, werden angeboten. Die Erweiterung umweltrelevanter Lieferantenpflichten umfaßt eine Offenlegung der Bestandteile von Materialien sowie eine Umwelthaftung, die eine umweltschonende Entsorgung der angelieferten Produkte einschließt (vgl. Winter 1993, S. 37ff.). 

Die Mitglieder des B.A.U.M. besitzen die Möglichkeit, ihre umweltbezogenen Aktivitäten in den Medien darzustellen. Ausländische Schwesterverbände des B.A.U.M. existieren in Österreich, Schweden, Großbritannien und Frankreich.
 
      Die Schweizerische Vereinigung für ökologisch bewußte Unternehmensführung (Ö.B.U.) wurde 1989 gegründet; Mitglieder sind in der Regel Unternehmen.
      Ein Jahr nach Gründung besaß die Vereinigung rund 100 Mitglieder aus den Bereichen der Chemieindustrie, Computer- und Möbelhersteller sowie Banken und Lebensmittelketten. In Aktionsgruppen und Seminaren finden ähnliche Umweltaktivitäten wie beim B.A.U.M. statt. So erstellen die beteiligten Unternehmen ökologische Leistungsnachweise in Form einer Checkliste, die in einer betrieblichen Ökobilanz Verwendung finden.

Auch der Förderkreis Umwelt "future" ist aufgrund einer Initiative von Unternehmern und Managern entstanden. Der Förderkreis wird als Instrument bezeichnet, mit dessen Hilfe mit der Öffentlichkeit effektiver  kommuniziert werden kann als durch die üblichen Firmenverlautbarungen.


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