4.7.3
Partizipation
Aus
einer Perspektive des politischen Pluralismus gilt, daß alle gesellschaftlich
relevanten Gruppen am Entscheidungsprozeß partizipieren sollen. Risikokommunikation
soll dazu beitragen, daß Bürgerinnen und Bürger durch einen Kompetenzerwerb
in die Lage versetzt werden sollen, verantwortungsbewußte Entscheidungen
für oder gegen Risiken treffen zu können (vgl. Schanne 1996). Konfliktlösungsansätze
bei Auseinandersetzungen über technikbedingte Risiken und verbesserte
Partizipation der Betroffenen erfordern einen Informationsaustausch
zwischen Beteiligten und Betroffenen, der Öffentlichkeit, Experten,
politischen Entscheidungsträgern um eine Lösung von Konflikten zu bewerkstelligen.
Der kooperative Umgang mit Entscheidungen über Risiken setzt somit Transparenz
auf der Basis einer glaubwürdigen Kommunikation voraus. Unter Partizipation
versteht man die Aktivitäten, an denen Mitglieder einer Organisation
oder Gesellschaft sich an der Zielbestimmung und Entscheidungsfindung
beteiligen, um Einsicht zu erhalten, Einfluß zu gewinnen und die eigenen
Interessen zu vertreten.
Als konventionelle Partizipation
im administrativen System gelten verankerte Formen in Form von Wahlen
betrieblicher Mitbestimmung, Planungsfeststellungsverfahren, Streik
usw. Unter unkonventioneller Partizipation werden Flugblattaktionen,
Unterschriftensammlungen, Demonstrationen, Aktionsgruppen und Bürgerinitiativen
subsumiert.
Konkrete Versuche, partizipatorische
Ansprüche der beteiligten Akteure in konkreten Prozessen wirksam werden
zu lassen, sind durch Mediationsverfahren in den USA, etwa bei Umweltkonflikten,
vollzogen worden. Im bundesdeutschen Raum wurden diese Ansprüche durch
das Modell der Planungszelle von Dienel initiiert und durchgeführt (vgl.
Rehmann-Sutter 1998).