2.5.3
Der Erhalt des natürlichen Kapitalstocks
Die
Erhaltung des natürlichen Kapitalstocks stellt innerhalb der Nachhaltigkeitsdebatte
ein unverzichtbares Ziel dar, um nachfolgende Generationen nicht zu
benachteiligen. Es wird gefordert, daß die Zinsen des "natürlichen
Systems" als Grenzwerte der Produktions- und Konsumprozesse fungieren
sollen (vgl. Meffert/Kirchgeorg 1993, S. 35).
Um die langfristige Aufrechterhaltung
der ökologischen Funktionen zu gewährleisten, ist die Konstanz des natürlichen
Kapitalstocks erforderlich.
Die Erhaltung des natürlichen Kapitalstocks
ist Costanza zufolge bei erneuerbaren Ressourcen dann gewährleistet,
wenn die Abbaurate nicht größer ist als die Nachwuchsrate (sustainable
yield). Abfallmengen dürfen das Assimilationsvermögen der Umwelt nicht
übersteigen (sustainable waste disposeal). Eine Abnahme des Naturstocks
wird daher nicht toleriert (vgl. Costanza 1992, S. 90).
Trotz dieser grundsätzlichen Orientierungen
besteht in vielen Bereichen ein hoher Grad an Unsicherheit in Bezug
auf die Konsequenzen beim Eingreifen in den Naturhaushalt. Teilweise
ist unklar, in welchen Größenordnungen globale Umweltveränderungen durch
regionales Eingreifen beim Öko-Gesamtsystem entstehen. Wegen der vorherrschenden
Unsicherheit wird eine risikoaversible Strategie postuliert.
Entscheidend ist nicht nur der Bestand
des natürlichen Kapitalstocks, sondern die Aufrechterhaltung der entsprechenden
ökologischen Funktionen, um eine langfristige Reproduzierbarkeit der
gegenwärtigen Umweltnutzung aufrecht zu erhalten.
Die primäre Orientierung an der
"Konstanz des natürlichen Kapitalstocks" ist nicht ohne Kritik
geblieben. Busch-Lüthy (1994) hält diese Zielorientierung innerhalb
der Ökonomie für eine quantitativ-verkürzte Reduzierung des eigentlichen
Problemfeldes, das soziale Fragen ausblendet.