In
der Ethik gibt es eine Reihe von unterschiedlichen Ansätzen, die den
Anspruch erheben, die Moral mit ihrem Normensystem ausfüllen zu können.
Im folgenden werden einige Ansätze in ihren Grundzügen dargestellt.
Der
Utilitarismus entstand im englischsprachigen Raum gegen Ende
des 18. Jahrhunderts. Seine maßgeblichen Vertreter sind Mill (1806-1873)
und Bentham (1748-1832). Dem utilitaristischen Prinzip zufolge sind
Handlungen und ihre Regeln ausschließlich anhand der entstehenden Folgen
zu bewerten. Als Grundlage der moralischen Beurteilung dient der Faktor
der gesamtgesellschaftlichen Nutzenmaximierung. Die entscheidende Regel
des Utilitarismus besagt, daß eine Handlung oder Handlungsregel nur
dann moralisch richtig ist, wenn das Wohl aller Betroffenen in die Beurteilung
einbezogen wird.
Bei
unterschiedlichen Handlungsalternativen soll das kollektive Wohlergehen
nach dem Prinzip der Nützlichkeit beurteilt werden.
Das
Ziel des Utilitarismus besteht darin, das Glück oder die Interessenbefriedigung
des Kollektivs zu fördern.
Zwei
Formen des Utilitarismus lassen sich unterscheiden: Während der Handlungsutilitarist
die Auffassung vertritt, man solle das, was richtig oder pflichtgemäß
ist, ausschließlich aufgrund der zu erwartenden Folgen unter dem Aspekt
der Nützlichkeit prüfen, hält sich der Regelutilitarist streng an eine
einmal vorgefaßte Regel (vgl. Frankena 1986, S. 54ff.). So kann die
Maxime, immer die Wahrheit zu sagen, im allgemeinen zutreffen. Der Handlungsutilitarist
prüft jedoch den Einzelfall und kommt gegebenenfalls zum entgegengesetzten
Ergebnis, während der Regelutilitarist sich immer an die Regeln hält,
auch wenn die Konsequenzen der Regelbefolgung im konkreten Fall negativ
sind.
Der
Utilitarismus kann als die das Wirtschaftsleben dominierende Richtung
betrachtet werden. Die Knappheit der Ressourcen ist ein Ansatzpunkt
dieser Nutzenethik. Da die Ressourcen nicht für die Bedürfnisse und
Wünsche aller Menschen ausreichen, müssen sie so eingesetzt werden,
daß das kollektive Wohlergehen aller optimal befriedigt wird (vgl. Dyllik
1989, S. 215).