Die
Maximenethik wurde maßgeblich von Kant (1724-1804) geprägt.
Diese Richtung wird auch als deontologische Ethik (Pflichtethik) bezeichnet.
Er vertrat die Ansicht, daß die
moralischen Rechte und Pflichten des Menschen aufgrund seiner Fähigkeit
zur Vernunft begründet werden können und sich daher nicht den Gesetzmäßigkeiten
der Natur unterzuordnen brauchen. Somit kann der Mensch seine eigenen
Regeln autonom entwickeln. Nutzenerwägungen wie im Utilitarismus finden
in der Moralbegründung von Kant keine Verwendung. Die erste Formulierung
seines kategorischen Imperatives lautet:
"Handle
nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst,
dass sie ein allgemeines Gesetz werde" (Kant, 1961, S.
68).
Unter
den Maximen des Handelns versteht Kant die inneren Willensgrundsätze
des Menschen, die ein normatives Leitbild für den Handelnden zum Ausdruck
bringen.
Für Kant stellte diese Maxime die
notwendige und hinreichende Bedingung dafür dar, nach welchem Maßstab
die Menschen zu leben haben. Entscheidend sind nicht die Folgen der
Handlung wie beim Utilitarismus oder die Handlungen selber, ausschlaggebend
sind vielmehr die Gründe des Handelns. Moralische Maximen werden von
Kant nur dann anerkannt, wenn sie den Bedingungen der Reversibilität
und Verallgemeinerbarkeit entsprechen. Die Bedingung
der Reversibilität verlangt, daß der Handelnde die eigenen Maximen auch
auf sich selbst anwendet, während durch die Bedingung der Verallgemeinerbarkeit
gefordert wird, daß die eigenen Maximen auch von allen anderen befolgt
werden müssen.
Durch diese Maxime wird zum Ausdruck
gebracht, daß Menschen nicht nur als Mittel eigener Interessen gesehen
werden sollen, sondern als autonome Personen behandelt werden sollten,
deren Freiheit zu achten ist. Welche Eigenschaften und Verhaltensweisen
schließlich Maßstab für moralisches Handeln sind, obliegt allein der
Beurteilung des moralischen Individuums, das durch ein "Gedankenexperiment"
zu einer Entscheidung gelangt. Diese "monologische" Konzeption
reicht Habermas zu einer adäquaten Moralbegründung nicht aus. Sein im
folgenden dargestellter Ansatz präferiert den Dialog auf einer diskursethischen
Ebene. Im Unterschied zur reinen Pflichtenethik Kants sind für die Diskursethik
auch die menschlichen Bedürfnisse ethisch relevant.